Mensch bleibt Mensch

Wir leben im Jahr 2018. Wir haben zurzeit 321.903 arbeitslose Menschen in Österreich (Stand März 2018, AMS). Die Pflege ist ein sehr großer Bestandteil in unserer Gesellschaft. Dennoch kommen die meisten unserer Pflegekräfte, vorrangig in der 24 Stunden Pflege, aus dem Ausland. Denn EU Bürger dürfen bei uns in Österreich ein Gewerbe eröffnen. Gerade in der 24 Stunden Pflege wird ein Gewerbe (Personenbetreuung) benötigt, denn ansonsten bekommt die Familie die Förderung nicht und die Leute wären illegal beschäftigt. Es ist auch wirklich toll, dass angargierte Leute aus dem Ausland kommen, die unsere Liebsten pflegen. Trotzdem gibt es heutzutage noch immer genügend Menschen die das nicht schätzen.

Man muss bedenken dass diese Leute teilweise Wochen oder sogar Monate von zu Hause weg sind. Sie kommen in ein fremdes Land zu fremden Personen und müssen dort oft ganz viel Verantwortung übernehmen. Sicher gibt es gerade in diesem Bereich einige schwarze Schafe aber grundsätzlich sollten wir alle froh sein, dass es diese Menschen gibt. Denn unsere Landsleute sind sich leider oft zu schade diesen Job zu machen. Auch ist das Steuersystem bei uns Österreich nicht ganz so vorteilhaft für diesen Job aus der Sicht eines Österreichers. Würde man aber z.B. beim AMS Pflegeausbildungen für arbeitslose eventuell anbieten, denken wir, dass es sogar sehr wohl Menschen gibt die in diesen Job einsteigen würden. Hier denken wir, ist definitiv Handlungsbedarf, denn irgendwann werden auch die Länder so ausgeschöpft sein, dass man wahrscheinlich schwer Personen finden wird.

Ein ganz großer ärgerlicher Punkt ist, dass die Menschen die Pflegekräfte haben wollen aber nichts dafür bezahlen wollen. Immer wieder werden wir mit solchen, für uns total unverständlichen Aussagen und Situationen, konfrontiert. Wie oben schon erwähnt kommen diese Leute zu uns um unsere Liebsten zu pflegen. Es stimmt schon, dass sie dafür angemessen verdienen. Man darf aber trotzdem nicht vergessen, dass dieser Job teilweise kein Zuckerschlecken ist. Gerade im Demenzbereich kann der Tag ganz schön lange und anstrengend werden. Wir finden es ganz schlimm, wenn uns jemand kontaktiert und uns anschließend erklärt, dass die Pflegekräfte quasi gratis arbeiten sollen, weil dies und jenes. Auch Pflegekräfte sind ganz normale Menschen und sicherlich keine Sklaven! – Ein Satz denn wir dann sehr oft verwenden.

Dieses Thema ist eines, dass uns immer wieder beschäftigt. Darüber hier auf unserem Blog zu schreiben tut richtig gut. Wir können nicht verstehen, dass man so sein kann. Entweder man will nichts zahlen oder man behandelt die Pflegekräfte derartig schlecht, dass das schon nicht mehr lustig ist. Gerade dieses Thema scheint für uns ein Tabuthema in der 24 Stunden Pflege zu sein. Es wird immer wieder über die schwarzen Schafe gesprochen. Pflegekräfte die kein Deutsch sprechen, die völlig neben der Spur stehen oder sogar stehlen. Ja, das gibt es definitiv auch alles aber wie schon gesagt es gibt auch eine andere Seite und über die sollte auch einmal berichtet werden. Vielleicht lesen diesen Beitrag die richtigen Leute und überdenken ihr handeln oder wir können damit einfach auch einmal ein Thema behandeln, dass ebenfalls verdient hat.

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Ein Kommentar zu „Mensch bleibt Mensch

  1. Hat dies auf 24-STUNDEN-BETREUUNG rebloggt und kommentierte:
    Helena und Sabrina haben in Ihrem Artikel ein Thema aufgegriffen, mit dem wir ebenfalls häufig konfrontiert sind. Die meisten erwarten Betreuerinnen, die perfekt Deutsch sprechen, viel Erfahrung besitzen und vielleicht noch eine Krankenschwesterausbildung haben. Aber zahlen möchten Sie lieber für eine Anfängerin, die nicht wirklich Deutsch spricht.
    Glücklicherweise sind das bei uns seltene Ausnahmen, da unsere Agentur eher im hochqualitativen Segment angesiedelt ist und wir uns also nicht mit den Billiganbietern auseinandersetzen müssen.
    Aber leider kommt es auch hier manchmal vor, dass Klienten der Meinung sind, die Betreuerinnen haben 24 Stunden zur Verfügung zu stehen. Deshalb erwartet man sich dann, dass sie Gartenarbeit leisten oder die Wäsche der Angehörigen waschen und bügeln, wenn mal keine Betreuungsarbeit anfällt.
    Deshalb sind wir froh, dass die beiden dieses Thema in Ihrem Artikel aufgegriffen haben und hoffen ebenfalls, dass er die richtigen Personen erreicht, damit die Betreuerinnen, die sich um unsere bedürftigen Mitmenschen kümmern auch mit dem notwendigen Respekt behandelt werden.

    Gefällt 1 Person

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